AG Mobilität trifft auf Stadtplanungsamt, Straßenverkehrsbehörde und Radverkehrsbeauftragte – wir berichten, was besprochen wurde und was als nächstes kommt.
Am 23. Februar 2026 hat unsere AG Mobilität gemeinsam mit Vertreter:innen der Stadt Mannheim – darunter die Straßenverkehrsbehörde, das Stadtplanungsamt und die Radverkehrsbeauftragte – über die drängendsten Mobilitätsthemen in unserem Stadtteil gesprochen. Grundlage waren eure Rückmeldungen aus dem Mobilitätsspaziergang im Oktober 2025, aus unserer WhatsApp-Gruppe „Verkehr & Mobilität in Franklin“ und aus Gesprächen innerhalb der AG.
Hier findet ihr die wichtigsten Punkte und was die Stadt dazu gesagt hat.
Fußverkehr und Schulwege
Franklin hat eine der größten Grundschulen Deutschlands – und ein Verkehrskonzept, das auf Tempo 30 basiert, aber in der Praxis noch viele unsichere Stellen hat. Sichere Querungen fehlen an vielen Punkten, die von Kindern täglich genutzt werden: entlang des Loops, an Kitas, am Kreisverkehr Wasserwerkstraße.
Was die Stadt dazu sagt:
- Bei Tempo-30-Bereichen gibt es generell keine Zebrastreifen oder Ampeln (Ausnahmen: Kreuzungen mit Straßenbahn, Schulnähe). Stattdessen setzt die Stadt auf Einengungen durch Parkreihen.
- Die Ampelschaltung an der Funaristraße (zwischen Grundschule und Purzelbaumkita) wird geprüft und kann ggf. verlängert werden.
- Die Ampel am Platz der Freundschaft ist sehr komplex – eine Anpassung ist wahrscheinlich nicht möglich, wird aber geprüft.
- Ein Schulwegeplan für die Franklinschule wird nach Fertigstellung der George-Washington-Straße erstellt. Die Zuständigkeit liegt bei der Stadt.
Öffentlicher Nahverkehr
Die Straßenbahn Linie 5 ist die wichtigste Verbindung in die Innenstadt – und schon jetzt überlastet. Gleichzeitig wächst Franklin weiter. Die Frage, wie die Schüler:innen der größten Grundschule Deutschlands künftig zu weiterführenden Schulen kommen, ist noch nicht beantwortet.
Was die Stadt dazu sagt:
- Der Bahnhof Käfertal wird umgebaut und ist frühestens Ende 2028 fertig. Während der Umbauzeit gibt es einen Schienenersatzverkehr – dazu wird gesondert informiert.
- Die Verlängerung der Linie 16 ist frühestens Ende 2028 möglich, wenn der Bahnhof Käfertal fertiggestellt ist.
- Neue Tangentiallinie 41 ist geplant: vom Bahnhof Waldhof über Vogelstang und Wallstadt nach Feudenheim, mit Haltepunkten am Platz der Freundschaft und in der Funaristraße. Eine Durchfahrt durch Franklin selbst ist nicht möglich (Kreisel Wasserwerkstraße und Kurve TJS/Waldstraße sind für Busse nicht geeignet).
- Die Linie 67 fällt weg.
- Die Offizierssiedlung wird weiterhin nur über den Fips erschlossen – keine neue Haltestelle in der Nähe geplant.
Radverkehr
Radfahren in Richtung Innenstadt entlang der B38 fühlt sich unsicher an, insbesondere für Kinder. Auf der Abraham-Lincoln-Allee ist die Geschwindigkeit der Autos so hoch, dass viele Radfahrende auf den Gehweg ausweichen. Auch der Zugang zum neuen Franklin-Steg und zu den Fahrradabstellanlagen am Platz der Freundschaft wurde als problematisch beschrieben.
Was die Stadt dazu sagt:
- Es werden Fahrradbügel (auch für Lastenräder) aufgestellt, die gleichzeitig als Poller wirken.
- An der Ampel Funaristraße müssen Radfahrende auf dem Radschnellweg aktuell ständig halten und drücken – auch wenn weit und breit kein Auto kommt. Unsere Forderung: Dauergrün für den Radschnellweg, Rot nur dann, wenn tatsächlich Autos oder die Straßenbahn kommen. Die Stadt nimmt den Hinweis auf und prüft ihn.
- Nach dem Umbau des Bahnhofs Käfertal ist eine nextbike-Station geplant – und eine weitere an der Franklinschule.
- Der Ausbau der Brücke Magdeburger Straße ist geplant und die Finanzierung ist gesichert – damit wird auch der Radweg in Richtung Vogelstang barrierefrei. Die Zuständigkeit liegt beim Bund.
- Es soll einen direkten Fuß- und Radweg zum Bauhaus geben, im Zusammenhang mit der Herstellung des Columbus-Parks (Zuständigkeit: MWSP).
Tempo 30 – und wie es durchgesetzt wird
Auf dem George-Sullivan-Ring, der George-Washington-Straße und der Abraham-Lincoln-Allee wird Tempo 30 regelmäßig nicht eingehalten – auch von Baustellenfahrzeugen. Das ist besonders problematisch, weil das gesamte Verkehrskonzept auf dieser reduzierten Geschwindigkeit basiert.
Was die Stadt dazu sagt:
- Bodenschwellen werden nicht mehr gebaut (zu hohe Haftungsrisiken). Plateaus sind grundsätzlich geeigneter, aber nachträgliche Erhöhungen sind kostenintensiv.
- Die Stadt setzt weiterhin auf abwechselndes Parken auf beiden Straßenseiten, um die Fahrbahn einzuengen und Geschwindigkeit zu dämpfen.
Parken und Lieferzonen
Gehwegparken, blockierte Einfahrten und verstopfte Feuerwehrzufahrten sind ein bekanntes Problem. Gleichzeitig brauchen Lieferdienste, Pflegedienste und Handwerker kurzfristige Haltemöglichkeiten.
Was die Stadt dazu sagt:
- Eine Parkraumbewirtschaftung ist geplant – der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.
- Im ersten Schritt: 3 Stunden Parken mit Parkscheibe entlang der Straßen, in ausgewiesenen Bereichen. Später dann mit Parkschein.
- Die Beschilderung erfolgt nur an den Eingängen zu Franklin, da die Regelung für den gesamten Stadtteil gilt.
- Es wird Hinweisschilder zu Sammelparkplätzen geben.
- Carsharing-Stellplätze sind ebenfalls geplant.
- Pro Straße sind mindestens drei Lieferzonen geplant.
Was kommt als nächstes?
Die Stadt hat zugesagt, vor der Sommerpause eine Informationsveranstaltung für Franklin zu organisieren – gemeinsam mit der MWSP. Wir werden euch informieren, sobald wir den Termin kennen.
Wenn ihr Fragen, Anmerkungen oder weitere Beobachtungen habt, meldet euch gerne bei uns:
👉 stefanie.ruschek@meinfranklin.de
Vielen Dank an alle, die ihre Erfahrungen und Beobachtungen mit uns geteilt haben – genau das gibt unserer AG Mobilität die Grundlage, mit der Stadt auf Augenhöhe zu sprechen.
